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Heidelberg, Studentenkarzer. Foto: S. Böttcher
Zwischenzustand während der Malschichtfestigung.

Heidelberg, Studentenkarzer. Foto: C. Koch
Zwischenzustand nach der Konservierung vor der Retusche.

Heidelberg, Studentenkarzer. Foto: A. Buschlinger
Endzustand nach der Retusche.

Heidelberg, Studentenkarzer. Foto: S. Böttcher
Zwischenzustand während der Malschichtfestigung.
Historischer Studentenkarzer, Heidelberg Altstadt
Konservierung und Restaurierung der Wandgemälde, Türen, Einrichtung und Böden
Bauherr: Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt MAHD/ Ausführungszeitraum: 08/2022-09/2024/ Bietergemeinschaft mit: Dipl.Rest. S. Böttcher und Dipl.- Rest. E. Fritz / Besonderheiten: Konservierung von blätterteigartigen Malschichtpaketen, Entfernung von Touristenkritzeleien mit Lösemitteleinsatz, interdisziplinäres Projekt mit Holz- und Gemälderestauratoren
Das historische Studentengefängnis, der sogenannte Karzer, befindet sich mitten in der Heidelberger Altstadt, unmittelbar neben der Alten Universität. Zwischen 1823 und 1914 saßen hier Studenten der Universität ein, wenn sie wegen kleinerer Vergehen verurteilt worden waren. Während ihrer Haft mussten sie weiterhin die Vorlesungen besuchen- dorthin ließen sie sich Farben mitbringen, mit denen sie die Wände des Karzers „verzierten“. Auf humoristische Weise beschrieben die Studenten die Gründe ihrer Haft oder hinterließen andere Botschaften.
Der Karzer ist ein einmaliges Dokument des damaligen Stundentischen Lebens– Die Wände zeigen Namen, Zirkelschläge und Konterfeie im Profil. Da die Studenten keine Oberfläche unberührt ließen, wurden auch die Türen reich verziert und zahlreiche Fotos der Sträflinge hinter Glas eingefügt.
Dieses Objekt zeigte eine besondere Komplexität der Schäden- die zahlreich übereinanderliegenden Malschichten als Kalk- Leim-,Öl, Dispersionsfarbe oder Wachs hatten sich blätterteigartig vom Untergrund gelöst und wurden in mühsamer Feinarbeit mittels Spritzen und Kanülen mit verschiedenen Klebemitteln wieder angebunden. Über zwei Jahre arbeitete ein interdisziplinäres Team aus 15 Wandmalerei- Gemälde und Holzrestauratoren daran, den Karzer zu konservieren, sodass er nun wieder für Besucher geöffnet ist.
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